Georg Weerth (*17.2.1822 in Detmold, †30.7.1856 in Havanna)

Ein Revolutionär, der vor 200 Jahren gelebt hat. Ein Kaufmann, der für sein geschriebenes Wort ins Gefängnis gehen musste. Ein Dichter, Freund von Engels und Marx. Was hat Georg Weerth mit uns zu tun? Sind seine Themen immer noch aktuell für die heutige Jugend? Können wir von ihm lernen? Auch wenn unsere Realität scheinbar so anders ist als die des 19. Jahrhunderts?

Helena Haverkamp und Maja Machalke haben sich diese Fragen gestellt und sind das Thema „Weerth“ aus einer neuen Perspektive angegangen: Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr 2022 entstand Weerth – Das Musical. Es beweist, dass Weerths Themen gerade die junge Generation immer noch betreffen und zum Handeln auffordern. Seine Werke sind wie ein Appell an die neue Generation, denn auch Weerth selbst war jung und wollte Veränderung herbeiführen, hat für Gerechtigkeit gekämpft und schließlich Ideen für eine bessere Welt hinterlassen.

 

Die Story

Als der Schüler Oussama an seinem Internat Zeuge von Diskriminierung wird, wächst in ihm der Wunsch nach Gerechtigkeit. Die Werke Georg Weerths, die ihm beim Aufräumen der Bibliothek in die Hände fallen, geben ihm einen Einblick in die sozialen Fragen und Ungerechtigkeiten im England des 19. Jahrhunderts. Durch das Lesen der Weerth-Texte beginnt für Oussama eine außergewöhnliche Reise, die ihn die Welt mit anderen Augen sehen lässt. Er erlebt und bewirkt Veränderung – in Vergangenheit und Zukunft.

Das Handlungsgerüst des Musicals erhebt keinen Anspruch auf biografische Exaktheit in Bezug auf die Darstellung der Geschehnisse im und um das Leben Georg Weerths. Vielmehr soll die Faszination des Phänomens Weerth dargestellt werden, der Charakter dieser provokanten Person. Der Detmolder Dichter, der seinen Horizont (im wahrsten Sinne des Wortes) immer mehr erweiterte, sich auch für Fragen interessierte, die ihm in seiner privilegierten Position hätten egal sein können, thematisierte schon im 19. Jahrhundert Problematiken, die heute mehr denn je an Relevanz gewinnen.

Der „Traum von Gerechtigkeit“ zieht sich durch das Musical wie ein roter Faden. Kann man sich gegen die Unterdrückung durch die Mächtigen wehren? Und wenn ja, wie? Kann sich die Gerechtigkeit in die Realität verlieben? Es wird deutlich: Menschen wie den beobachtend-dichtenden Georg – Wegbereiter der Demokratie – brauchen wir auch heute noch. Und Veränderung „durch das Wort“ …

 

Die Uraufführung im Rahmen des Ferientheaters

Das Ferientheater in den Gebäuden des alten Klosters Marienmünster schafft seit jeher Verbindungen und ermöglicht Freiraum für kreative Entfaltung. Hier trifft Musical auf Kloster, und in diesem Jahr traf auch Jugend auf Weerth. Am 30. Juni 2022 fand im Konzertsaal der Kulturstiftung die Uraufführung des Musicals statt, mit Liveband, Choreos und ganz nach Georgs Gusto: laut, bunt und revolutionär.